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Literatur:
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Melodie















Wohnhaus der Familie Moldtkau; Foto 1998

Es war einmal...
... in Ostpreußen: In Schillwen, Kreis Heydekrug lebte das Ehepaar
Wilhelm Moldtkau und Johanne Wiegratz, verh. Moldtkau. Sie hatten zwölf Kinder: Martha, die Zwillinge Hermann und Meta, Auguste, Lina, Ida, Paul, Otto, Willy, Maria Meta, Helene und Minna. Wilhelm Moldtkau, der in Amerika den Meistertitel des Schmiedehandwerks erworben hatte, besaß einen Hof in Heydekrug und betrieb Landwirtschaft. Er liebte seine eigene Schmiede und beschlug die Hufe der Pferde aus der Region. Des Weiteren hat er auch Zähne gezogen, denn als Schmied hatte er ja eine Zange. Wenn die Nachbarn Zahnschmerzen hatten, gingen sie zu Meister Moldtkau, der die schmerzenden Zähne mit seiner Zange gezogen hat. Dabei ging er schon damals hygienisch vor, da er dazu nicht seine Arbeitszange, sondern eine neue, gereinigte benutzte. Die Kinder gingen zur Schule nach Paszieszen. Auch die Post war in Paszieszen und der Weg dorthin war weit. Oft wurden die Pferde angespannt und es ging mit der Kutsche auf Fahrt. Leider haben einige der Moldtkau-Kinder, wie auch viele andere Menschen damals, sowohl den ersten als auch den zweiten Weltkrieg nicht überlebt.
Heute leben auf dem Hof Litauer. Als sie 1997 bei einem Besuch von Nachkommen des ehemaligen Hausherrn erfuhren, dass er Schmied gewesen war, konnten sie endlich begreifen, warum sie im Garten immer wieder Hufnägel finden.
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Kindheitserinnerung
Maria Meta Moldtkau (*04.07.1897 Schillwen, Ostpreußen - †29.06. 1980 Göttingen)
war verheiratet mit Albert Diedrich (*18.05.1902 Göttingen - †04.04.1965 Göttingen). Gemeinsam hatten sie drei Kinder:
Marie-Luise (*1932), Karl Heinz (*1933 - †1933) und Horst (*1937). Seit ihrer Kindheit in Ostpreußen bewahrte Maria Meta eine Erinnerung in sich.
"Es war Abend und schon ziemlich dunkel. Ein schwacher Lichtschein fiel aus einem benachbarten Fenster auf den Platz vor dem Haus. Alle Geschwister haben gemeinsam aus dem Fenster, aus dem man auf den nahen Friedhof blicken konnte, gesehen. Plötzlich erschienen vier kleine buckelige Männchen vor dem Friedhof. Die Kinder waren darüber sehr erschrocken, denn sie alle hatten das Gleiche gesehen. Während sie ihren Augen kaum trauten, liefen diese Männchen in alle Himmelsrichtungen davon."
Diese Kindheitserinnerung bewahrte Maria Meta Moldtkau, verh. Diedrich, bis ins hohe Alter. Eine Erklärung hatte sie für dieses Erlebnis nicht. Für abenteuerliche Deutungen war sie zu realistisch.
Was bleibt ist die Assoziation, ob die Bedeutung das Omen darüber war, dass die Familie durch den 2. Weltkrieg auseinander gerissen und später einmal in alle Winde verstreut sein würde...
Ich weiß noch, wie ich damals, als ich als Kind die Geschichte hörte, ungläubig fragte: "Ihr habt neben einem Friedhof gewohnt?" Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass die Familien damals eigene Familienfriedhöfe neben ihren Gehöften hatten, auf denen sie ihre Verstorbenen bestatteten und die Vorstellung fand ich damals sogar ein wenig gruselig. Wenn ich heute das Bild mit dem Haus vor Augen habe und weiß, dass rechts der Friedhof liegt, kann ich mich viel besser in das damalige Erlebnis hineindenken.
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Schulweg nach Schillwen




Die Fotos stammen von Helga Groß-Wohlfromm und Arnold Wohlfromm,
Stasys und Ruth Pakulis und von Kestutis Tolvaisa.
Mein herzliches Dankeschön dafür.
Sabine Grimm

Bild "Träne" by
Baeredel.
Sie finden Ostpreußen auch bei der Duden-Suche:
Hier! >>> http://www.duden.de/definition/ostpreu%C3%9Fen%3B